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Gemeinsam Lösungen finden

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Am 14. Mai findet im Rahmen der Automobile Barcelona Fair der erste interaktive INFRAMIX Workshop statt. Hatun Atasayar, vom Team Automatisierte Mobilität bei AustriaTech, erklärt im Interview mehr zu den Inhalten des Workshops und gibt einen kurzen Ausblick.

 

Frau Atasayar, können Sie nochmal kurz zusammenfassen was INFRAMIX ist und welches Ziel das Projekt verfolgt?


INFRAMIX ist ein EU-gefördertes Forschungsprojekt, das sich mit den Anforderungen der digitalen aber auch physischen Verkehrsinfrastruktur befasst. Der Fokus liegt dabei darauf Autobahnen und Schnellstraßen für den Mischverkehr von automatisierten und nicht-automatisierten Fahrzeugen vorzubereiten. Das Projekt läuft 36 Monate, also noch bis Mai 2020. Eines der großen Ergebnisse bis jetzt sind die Infrastructure Support Levels for Automated Driving (ISAD), die gemeinsam erarbeitet wurden und auch beim kommenden Workshop in Barcelona behandelt werden.


Können Sie kurz die ISAD Levels erläutern?


Die ISAD Levels beschreiben den Grad der Digitalisierung der Infrastruktur. Dafür ist ein Schema vorgeschlagen, analog zu den SAE Levels, um darzustellen in welchem Ausmaß Fahrzeuge von der Digital Transport Infrastructure (DTI) unterstützt werden können. Beispielsweise wird Fahrzeugen von der Infrastruktur kommuniziert „Spur 2 verwenden, da auf Spur 1 in 500 Metern eine Baustelle ist“. Die ISAD Levels gehen von A bis E, wobei E bedeutet, dass es keinerlei digitale Infrastruktur gibt und A das höchste Level darstellt.

 


Was wird bei dem kommenden INFRAMIX Workshop behandelt?


Ein wichtiges Thema sind die eben genannten ISAD Levels. Im Zuge einer Paneldiskussion mit ExpertInnen sollen diese diskutiert und dadurch weiter ausgearbeitet und verfeinert werden. Die ExpertInnen kommen nicht nur aus dem INFRAMIX Projektteam, sondern auch aus anderen Projekten und Plattformen wie beispielsweise von MAVEN, ARCADE oder der ERTRAC Working Group on Automated & Connected Driving. Es ist für uns besonders wichtig die Meinungen externer ExpertInnen einzuholen, die unsere Ansätze kritisch hinterfragen, aus anderen Perspektiven betrachten und neue Erkenntnisse auch aus ihren Projekten einbringen. Natürlich können sich auch alle TeilnehmerInnen mit Fragen und Beiträgen beteiligen. Durch die Diskussionen sollen zudem die ISAD Levels in Zusammenhang mit den SAE- und ODD-Levels gebracht werden. Es ist notwendig eine gemeinsame Denkweise zu finden, damit die unterschiedlichen Levels in Einklang miteinander stehen. Ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung dreht sich um User Experience, also die Wahrnehmung der VerkehrsteilnehmerInnen. Konkret geht es um die Möglichkeiten der visuellen Kennzeichnung für die „dedicated lane“ – also eine Fahrbahn nur für automatisierte Fahrzeuge – auf der physischen Infrastruktur. Dieses Verkehrsschild wird notwendig sein, um AutofahrerInnen nicht-automatisierter Fahrzeuge darauf hinzuweisen, dass es sich bei einer bestimmten Spur um eine „dedicated lane“ handelt. Während der Veranstaltung haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, die INFRAMIX-Szenarien in Form von Videos und Visualisierungen kennenzulernen.


Was erwarten Sie sich für einen Output?


Wir wollen die ISAD Levels durch die Diskussionen beim Workshop weiterentwickeln. Diese wurden bereits beim ITS World Congress vor einem Jahr vorgestellt, seitdem wurde daran weitergearbeitet und mit den neuen Inputs aus dem Workshop wollen wir die ISAD Level noch weiter verbessern.


Vielen Dank für das Interview.

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