17.04.2026
Kooperative intelligente Verkehrssysteme (C-ITS) erreichen zunehmend den realen Verkehrsbetrieb. Mit dem von AustriaTech entwickelten C-ITS Mobile Lab steht ein Werkzeug zur Verfügung, das die Validierung dieser Systeme unter realen Bedingungen ermöglicht.
Das C-ITS Mobile Lab wurde von AustriaTech auf der Basis der Software Vector CANoe entwickelt. Es wurde für eine EU-weite Anwendung konzipiert und kam in einer Vielzahl von Ländern zum Einsatz – unter anderem England, Frankreich, Italien, Slowenien, und Tschechien.
Mit dem Mobile Lab lässt sich sowohl die Dekodierbarkeit der empfangenen C-ITS Messages als auch die Standard-Konformität, die detaillierter und komplexer ist, überprüfen. Jedes Datenelement kann einzeln analysiert werden, wodurch eine konkrete Fehlerfindung und damit auch Problembehebung ermöglicht wird.
Mehrwert und Potential des C-ITS Mobile Labs
Das C-ITS Mobile Lab fungiert während einer Testfahrt als Referenzfahrzeug und überprüft die gesendeten Nachrichten. Die Daten – etwa Standortinformationen oder Ereignisse wie Unfälle – werden analysiert und geprüft, ob sie den geltenden Standards entsprechen. Dabei werden sowohl die Dekodierbarkeit der ausgesendeten Daten als auch die Konformität mit den im Rahmen der europäischen C-Roads-Initiative angestrebten Harmonisierungsanforderungen überprüft.
Der Vorteil des Mobile Labs ist es, dass nicht nur der Fehler, sondern auch dessen Quelle identifiziert werden kann. Neben einer Visualisierung kann jedes einzelne Datenelement detailliert analysiert werden, wodurch Fehlerquellen identifiziert werden können.
Praxisanwendungen und Einsatzmöglichkeiten
Das Mobile Lab wurde im Rahmen zahlreicher Testfahrten in Europa zur Validierung von C-ITS eingesetzt. Darüber hinaus wurden in weiteren Projekten, etwa bei Höhenwarnungen an Brücken sowie in Zusammenarbeit mit der ASFINAG im Baustellenumfeld, die Auslösung digitaler Warnmeldungen überprüft. Im Fokus stand dabei die zeitlich korrekte und inhaltlich richtige Generierung der Meldungen in Bezug auf reale Ereignisse.
Neben Testfahrten wurde das C-ITS Mobile Lab auch bereits im Rahmen von diversen Veranstaltungen der Fachcommunity demonstriert So führten Expert:innen der AustriaTech etwa im Rahmen der WKO Mobility Days 2025 Demonstrationsfahrten durch, bei denen C-ITS-Daten während einer Straßenbahnfahrt um den Wiener Ring live visualisiert wurden.
Fortschrittliche Umsetzung von C-ITS in Österreich
Die Relevanz von C-ITS wächst europaweit – nicht zuletzt durch regulatorische Impulse und durch koordinierende Initiativen wie die C-ROADS-Plattform. Die Verbreitung entsprechender Technologien nimmt deutlich zu: Bereits mehr als 2,4 Millionen Fahrzeuge unterstützen C-ITS.
Auch im öffentlichen Verkehr wird an der Implementierung von C-ITS Technologien gearbeitet. In Wien werden von den Wiener Linien derzeit mit C-ITS ausgestattete Straßenbahnen und Busse getestet. Die notwendige Infrastruktur wird dabei von der Stadt Wien bereitgestellt, unter anderem entlang der Straßenbahnlinie 2.
In ganz Österreich werden im öffentlichen Verkehr bereits etwa 400 solcher Fahrzeuge eingesetzt. Neben Wien beteiligen sich die Bundesländer Salzburg und Kärnten sowie die Städte Graz und Linz aktiv am Ausbau von C-ITS Technologien.
C-ITS auf österreichischen Autobahnen als Vorreiter
Die ASFINAG hat die WLAN-basierte Kommunikation von C-ITS Nachrichten zwischen digitaler Straßeninfrastruktur und Fahrzeug bereits abgeschlossen. 525 C-ITS Roadsite Units (RSUs) zur Kommunikation von C-ITS Nachrichten wurden auf ihrem Netz installiert.
Damit befindet sich im Durchschnitt alle vier Kilometer eine solche Einheit auf ihrem Netz. Im europäischen Vergleich steht die ASFINAG mit diesem dichten Netz von RSUs an vorderster Stelle. (Verlinkung OTS ASFINAG)
Möglichkeiten zur Nutzung
Für Städte bietet die Implementierung von C-ITS den Vorteil, dass mit einer einheitlichen technologischen Grundlage mehrere Anwendungsfälle parallel realisiert werden können. Das Mobile Lab unterstützt dabei insbesondere bei Test- und Validierungsprozessen.
Informationen zur Nutzung des Services stellen unsere Expert:innen Helena Korndörfer und Bernhard Monschiebl bei Bedarf gerne zur Verfügung.
Bei Interesse an der Nutzung des Mobile Labs kontaktieren Sie unsere Expert:innen per Mail.